Solidaritätserklärung des Netzwerks „Deutschland Lagerland“ für den Kampf der Flüchtlinge aus Biberach gegen menschenunwürdige Lebensbedingungen Thursday, Sep 23 2010 



Liebe AktivistInnen der „Flüchtlingsinitiative Biberach“,

liebe BewohnerInnen des Biberacher Flüchtlingslagers,

wir freuen uns sehr darüber, dass ihr gegenüber der Öffentlichkeit und den Behörden des Landkreises Biberach/Riss eure Stimme erhoben habt, um gegen die unmenschlichen und diskriminierenden Lebensbedingungen zu protestieren, die euch und vielen anderen Flüchtlingen durch den deutschen Staat zugemutet werden. Wir möchten euch an dieser Stelle unsere Verbundenheit und Solidarität ausdrücken, denn eure Forderungen sind auch unsere Forderungen: Abschaffung der Essenspakete, Abschaffung des Kleidungsbeschaffungssystems und Abschaffung der Bewegungsbeschränkung. Für die gleichen Ziele befanden sich die BewohnerInnen der niederbayerischen Flüchtlingslager in Hauzenberg und Breitenberg vom 26. Januar bis zum 14. Februar 2010 im Hungerstreik; für die gleichen Ziele haben über 200 Flüchtlinge in 10 bayerischen Lagern zwischen Januar und April 2010 die Annahme der Essenspakete verweigert. Leider sind eure Forderungen, ebenso wie die Forderungen des bayerischen Lagerstreiks, bislang in den wesentlichen Punkten unerfüllt geblieben oder wurden mit mickrigen Minimalzugeständnissen beantwortet – umso mehr müssen wir gemeinsam für eine wirkliche Veränderung kämpfen!

Ähnlich wie ihr haben auch die Flüchtlinge in Bayern immer wieder erlebt, dass BehördenvertreterInnen lieber betonen, wofür sie angeblich nicht zuständig sind, anstatt ihre Handlungsspielräume im Interesse der Flüchtlinge zu nutzen. Was die Anwendung der Residenzpflicht-Beschränkung durch das Landratsamt Biberach betrifft, muss betont werden, dass kein Gesetz die Behörde zwingt, das Verlassen des Landkreises auf 14 Tage pro Jahr zu begrenzen. Anstatt sich auf der eigenen Nicht-Zuständigkeit für Residenzpflicht und Sachleistungsversorgung auszuruhen sollten sich die VertreterInnen des Biberacher Landratsamtes lieber gegenüber dem Land Baden-Württemberg für die Erfüllung der Flüchtlingsforderungen einsetzen.

Wir meinen: Flüchtlinge dürfen nicht länger mit dem Wegschieben von Verantwortlichkeiten abgespeist werden! Entscheidend für uns ist nicht, wofür nach formal-rechtlichen Kriterien ein Landratsamt, eine Bezirksregierung, eine Landesregierung oder die Bundesregierung zuständig ist. Was für uns zählt ist, dass den menschenverachtenden Praktiken der Diskriminierung, Ausgrenzung und Bevormundung von Flüchtlingen endlich ein Ende bereitet wird. Dafür reichen keine Minimalzugeständnisse und keine unverbindlichen Verständnisbekundungen.

Die Beschränkung der Bewegungsfreiheit durch Residenzpflicht muss abgeschafft werden – in Baden-Württemberg, in Bayern und in der ganzen Bundesrepublik! Die entmündigende Mangelversorgung mit Essenspaketen und Sachleistungen muss beendet werden, Flüchtlinge müssen über ihr eigenes Geld selbst verfügen! Statt der erzwungenen Unterbringung in Lagern müssen Flüchtlinge das Recht haben, ihren Wohnort und ihre Wohnung frei zu wählen!

Die Forderungen der Biberacher Flüchtlinge nach menschenwürdigen Lebensbedingungen sind Belange von großem öffentlichen Interesse. Wir fordern daher die Landkreisverwaltung Biberach/Riss auf, das Recht der Flüchtlinge auf Anteilnahme der Öffentlichkeit an zukünftigen Verhandlungen mit BehördenvertreterInnen zu respektieren und nicht weiter zu unterbinden!

Eine Solidaritätsdelegation des Netzwerks „Deutschland Lagerland“ wird innerhalb der kommenden Monate nach Biberach fahren, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen und die Forderungen der Flüchtlings-AktivistInnen zu unterstützen.

Bis dahin wünschen wir euch alles Gute und viel Kraft für euren Kampf!

Netzwerk „Deutschland Lagerland“

München, 20. September 2010

Advertisement

Note Correction!!!Asylbewerber wollen mehr Freiheiten Friday, Sep 10 2010 


http://www.schwaebische.de/lokales/biberach/biberach-stadt_artikel,-Asylbewerber-wollen-mehr-Freiheiten-_arid,4155813.html

The complaint of the Biberach Refugee concern about 130 Victims and not 40 as stated in the Schwaebisch Zeitung.

That statistic would have be emphasised by the District Officials in the bid to downplay our Strength.

We represent the concern of all Refugees in Biberach District.

All meetings are held with Delegated representatives of the Asylum Accomodation in Ochsenhausenand Bad Schusenried.

The Bleicherstr is just the contact Point because of its Position in the City and based on limited funds for Logistics.

We do not want an open Meeting- says Mrs Alger Thursday, Sep 9 2010 


I witnessed the abnormalities in some products especially the fresh foods, I also wouldn’t accept it if I were in your shoes!!!! That was the comment from Mrs Alger – Biberach District Social Department Boss.

The Refugees already expected the same Old story of mockery and direct show of not been wanted in this Society. All the same, they sat down patiently to here from the Horses Mouth.

The difficult issue for the officials is to openly tell the Refugees that the whole measures are intended to frustrate the victims and discourage immigration to Germany otherwise they have the possibilities to put things right.

We cannot change the situation; We are just Officials who are compelled to implement the laws of the land, emphasised the District Officials.

Why didn’t you send us those responsible for the Situation rather than your coming? Asked one Refugee who had lots to express if not for                                           the Language barrier.

Another Refugee added, why is it that German Official always deny responsibility when issues of such arises except on situations to exercise wickedness?               What a fair Bureaucracy!

I do also apply for permission to go on Holiday after which I “must” have to return back at the stipulated time- explains Mrs S. Ludwig – Foreign Officer/ Integration Officer/ Municipal Order Officer as she projects her leniency in considering permission to leave the District.

Mrs Ludwig presented Biberach as fair compared to other District around as she confirms the recent loosening of the restriction to 14days yearly with a Claus of exception “Only those without Criminal Offences”.

It was also funny to compare Biberach as being more considerate than other District and overlook where Biberach fails to meet the minimum standard of Human dignity which other Districts respects.

What was also clear to the Audience present was that we never lied, our complaint were confirmed by the Officiers themselves. Even the Officers responsible for the direct supervision knew all these while but kept quite about it.

About 170 Euros is allocated from Tax payers money to care for our meals monthly but what we actually receive falls short of this amount. What we receive is not more than 50 Euros lamented the Refugees. Why would someone ever think of robbing from us- we are dam poor, why should this happen to us.Tax payer’s money has to be dispensed the way it is presented to the Public.

We are not asking for too much. We appreciate the tax Payers effort and we would love to also contribute to these funds if given the opportunity. The officials dwell on interpretation of the complicated part of the law and overlook exceptions that mean good for us.

Even with the daily Revisions in the laws, Biberach remains far away from Berlin except for Revsions having to do with fortifying the repression.

Why would the Dictrict Boss refuse an open meeting with the Press? There must have been no other reason but the intention to divert public interest and cover up bad deeds.

We await the decision of the District Officials as stated in their letter of invitation to us. We are running out of Patience and would not hesitate moving to our next line of action except the Authourities respond without delay.

The German public should understand that our resistance against  injustice to us means  resistance against insincerity of the Authorities to them as Germans. This  may sound like an irony for the now but  that is a sincere truth.

We demand that freedom which is the bona fide right of every human.

We demand abolition of all forms of discrimination

Flüchtlinge Biberach Riß

Behördenvertreter verschiebt Verantwortung-Eine kultur der Deutschen Beamten Tuesday, Sep 7 2010 


Das würde ich auch nicht essen,“ meinte die Sozialdezernentin des Landkreises

Wir übertreiben nicht!!!!!!!!!

Was für Strafen könnten Ihnen vier drohen, wenn Sie sagten: Die Lebensmittellieferungen

weisen so große Mängel auf, dass wir vorerst auf Bargeldzahlungen umstellen?

” Vielleicht kann sie ja der Landrat beantworten.

Landkreisverwaltung Biberach/Riss lädt Flüchtlinge der Bleicherstraße zu weiterem Treffen ein Saturday, Sep 4 2010 


Die Landkreisverwaltung des Kreises Biberach/Riss hat die Flüchtlinge der Unterkunft in der Bleicherstraße 47 zu einem neuen Treffen eingeladen. Die Landkreisbeamten haben die Bitte um eine offene Begegnung als unsere Bedingung akzeptiert. In dieser Sache rufen wir alle interessierten Personen dazu auf, an der Diskussion teilzunehmen, da wir auf eine positive Antwort hoffen, denn anderenfalls werden wir nicht zögern, entsprechend zu reagieren.

Das nächste Treffen mit der Behörde soll am 6. 9. 2010 um 17uhr an folgender Adresse stattfinden.

CJD Schulungsraum, Erdgeschoss

Bleicherstr 47, Biberach/Riss

Die Landkreisverwaltung des Landkreises Biberach/Riss hat in den vergangenen Wochen auf die fortdauernden Beschwerden der Flüchtlinge in Biberach/Riss reagiert. Es muss festgestellt werden, dass diese Entwicklung durch die Einmischung der Presse veranlasst wurde, ansonsten wären unsere Beschwerden einfach nicht berücksichtigt worden unter dem Vorwand, dass unser Brief keine direkte Kontaktperson benennen würde.

Auf Empfehlung der Journalistin der Jungen Welt Frankfurt hat die Landkreisverwaltung nun jedem Flüchtling, der in der Bleicherstraße 47 wohnt, schriftlich geantwortet.

Schon vorher hatte die Landkreisbehörde die Flüchtlinge für den 26. 08. 2010 in den Konferenzraum des Landratsamts zu einem Treffen eingeladen. Die Flüchtlinge hatten diese Einladung unter anderem deshalb abgelehnt, weil der Brief die Agenda des Treffens nicht klar definierte.

Auch wenn die Aktion bisher so betrachtet werden kann, dass wir eine unerwartete Aufmerksamkeit der zuständigen Behörden erhalten, können wir nicht leugnen, dass von den Behörden lediglich ein Kompromiss zu erwarten sein wird, den wir strikt ablehnen werden.

Einen Kompromiss zu akzeptieren würde für uns lediglich bedeuten, dass wir akzeptierten, eher Sklaven als Flüchtlinge zu sein. Genau so sehen wir uns mit all dieser Politik der Isolation und Ausgrenzung.

Die Chefin der Sozialabteilung, Frau Alger und der für das Heim verantwortliche Beamte, Herr Grassel, antworteten jenseits unserer Erwartungen, als sie die Essensausgabe in der Asylunterkunft in der Bleicherstraße früh morgens um 7 Uhr beobachteten.

Die Beamten sahen die Atmosphäre, in der die Pakete abgeholt wurden, unsere routinemäßigen Schlange, Abnormalitäten wurden identifiziert, obwohl einige von uns annahmen, was sie bekamen, weil sie es müde waren, sich immer über dieselbe Sache beschweren zu müssen oder weil sie immer noch halb schliefen zu dieser frühen Stunde.

Wir zweifeln nicht daran, dass die beliefernde Firma (Dreikönig) darüber informiert war, dass Frau Alger an diesem Tag anwesend sein würde, aber Unregelmäßigkeiten ließen sich dennoch nicht vermeiden – trotz der Vorbereitungen, die wohl durchgeführt wurden, um bestimmte Mängel zu verbergen. Der einzige Unterschied an diesem Tag war, dass sich der Fahrer des Lastwagens, der das Essen verteilte, darum bemühte, freundlich zu erscheinen, was ungewöhnlich war.

An diesem Stand der Entwicklungen wurde ein zweites Einladungsschreiben an jeden von uns in der Bleicherstraße geschickt.

Wir sind außerdem nicht sehr optimistisch dahingehend, dass aus dem weiteren Treffen eine positive Reaktion hervorgehen könnte, da auch die Journalistin der Jungen Welt aus Frankfurt während des Interviews mit dem verantwortlichen Beamten bestätigte, dass wie üblich Verantwortlichkeiten abgeschoben würden.

Unsere Absicht, diese Angelegenheit diplomatisch zu regeln, schließt die Möglichkeit anders zu reagieren, wenn es nötig sein sollte, nicht aus.

Wir stehen gegen jede Art der Diskriminierung.

Nach wie vor verlangen wir:

Abschaffung der Essenspakete!

Abschaffung des Kleidungsbeschaffungssystems!

Abschaffung der Bewegungsbeschränkung!

Offene Begegnung als unsere Bedingung akzeptiert

(more…)